Zieht man Tomaten aus Samen selber, kann man zwischen besonders robusten, alten, ungewöhnlichen, bunten oder wilden Tomatensorten wählen. Tomaten stammen ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Sie sind sonnenhungrig, durstig und anspruchsvoll in der Ernährung. In unseren Breiten macht ihnen bei Freilandanbau vor allem die Kraut- und Braunfäule zu schaffen. Trotzdem haben sie sich zu einem der beliebtesten Gemüse entwickelt welches auf Balkon, im Gewächshaus und auch im Freiland angebaut werden kann. Bei geschickter Sortenwahl und überlegtem Anbau lassen sich die Möglichkeiten, bis in den Spätsommer hinein hochwertige Tomaten zu ernten, erheblich verbessern. Mit der Fruchtgröße wird auch der Anbau anspruchsvoller. Während Wildtomaten mit wenig Nährstoffen und Pflege auskommen, benötigen die schweren Fleischtomaten genügend Düngung, Platz zum Wachsen und gute Pflege. Alte Tomatensorten sind den Hybriden gerade beim Freilandanbau an Robustheit meist überlegen.
Sie möchten Ihre eigenen Tomaten ziehen und die schhmackhaften Tomaten aus dem eigenen Garten oder beispielsweise von Ihrem Balkon genießen? Kein Problem, für die Aussaat von Tomaten muss man kein gelernter Gärtner sein. Tomaten säen ist einfacher als Sie denken. Befolgt man folgende Tipps, so gelingt die Aussaat sicher auch jedem Hobbygärtner oder Gartenneuling:
Tomaten säen Sie im Haus an einem hellen, warmen Standort. Gut geeignet ist beispielsweise ein Fensterbrett über einer Heizung. Zugluft, z.B. in einem Flur sollte dabei unbedingt vermieden werden. Als Aussaatgefäß eignen sich flache Behälter aus Styropor oder Plastik mit Abzugslöchern, um Staunässe zu vermeiden. Sehr nützlich sind z.B. die Anzuchtschalen, die es im Fachhandel gibt. Das Gefäß wird 4 bis 5 cm hoch mit kauffertiger Anzuchterde gefüllt. Für jedes Samenkorn bohren Sie nun, beispielsweise mit einem kleinen Stift, ein ungefähr 0,5 cm tiefes Loch in die Erde, legen pro Loch einen Tomatensamen hinein und verschließen es dann wieder mit etwas Anzuchterde.
Ihr fertiges kleines Tomaten-Aussaatbeet wird nun mit Hilfe eines Wassersprühers gut befeuchtet. In den folgenden Tagen bitte darauf achten, dass die Aussaat nicht austrocknet, sonst gelingt sie nicht. Mehrmals am Tag mit dem Wassersprüher die Erde anfeuchten.
Nach dem Keimen der Tomatensamen erscheinen zuerst die beiden Keimblätter. Sind diese voll entfaltet und das dritte Tomatenblättchen zeigt sich, kann das Tomatenpflänzchen in einen einzelnen, größeren Pflanzentopf pikiert werden.
Der Durchmesser des nächsten Gefäßes (Pflanztöpfchen) sollte ca. 8 cm betragen. Auch jetzt nur sparsam gießen, aber natürlich nicht vertrocknen lassen. Bis Mitte / Ende Mai haben sich die Pflänzchen zu kräftigen Jungpflanzen entwickelt, der Wurzelballen ist jetzt gut durchwurzelt. Droht kein Nachtfrost mehr, so können die Tomatenpflanzen dann ins Freie ausgepflanzt werden oder in ein geeignetes, großes Pflanzgefäß auf dem Balkon.
Viele Tomatengärtner halten das Pikieren für unnötig. Sie pflanzen nur die kleinen Pflänzchen aus, die ihnen optisch am vielversprechendsten erscheinen und haben damit sogar meist Erfolg.
Andere wiederum bevorzugen das Pikieren. Dazu wird ein Skalpell verwendet oder ein spezieller Pikierstab, der aber auch durch einen alten Kugelschreiber ersetzt werden kann. Dann sollte aber die Mine entfernt werden, damit keine giftige Tinte an die Pflanzen gelangen kann.
Von der Aussaat bis zum Pikieren vergehen rund drei Wochen. Der richtige Zeitpunkt zum Tomatenpikieren ist gekommen, wenn das erste richtige Blattpaar ausgebildet ist. Vor dem Pikieren sollten die Pflanzen noch einmal gut gegossen werden, was rund zwei bis drei Stunden vorher geschehen sollte. Ansonsten kann es passieren, dass sie welken.
Nun werden die Tomatenpflanzen aus dem Aussaatgefäß genommen und vereinzelt. Die Wurzeln dürfen dabei nicht verletzt werden, allerdings werden zu lange Wurzeln doch etwas gekürzt.
Als ideale Länge gelten zwei Zentimeter. Der Sinn des Kürzens besteht darin, das Wachstum der Wurzeln anzuregen. Nun werden die vereinzelten Pflanzen in Pikiererde gepflanzt. Die nächsten zwei bis drei Tage dürfen sie nicht in die volle Sonne, da sie sonst welken.
Allzu viel sollten die Pflanzen auch nach dem Pikieren nicht gegossen werden, ein Einsprühen mit Wasser ist sinnvoller und besser dosierbar.
Verfügen Sie über ein helles, frostfreies Gewächshaus, einen Frühbeetkasten oder Wintergarten, können Sie Tomaten bereits ab dem Monat März säen. Nach dem Keimen der Tomatensamen stellen Sie die Tomatenpflänzchen tagsüber an einen frostfreien, aber sehr hellen Platz. Dadurch entwickeln die Tomatenpflanzen einen kompakten Wuchs. Über Nacht gehören die Pflanzen aber wieder ins warme Haus.
Steht allerdings nur ein Fenster als Platz für die Tomatenpflanzen bis zum Auspflanzen ins Freie zur Verfügung, so sollte man erst Mitte April mit der Aussaat beginnen. Ein Fensterplatz ist nie so hell wie ein Standort im Gewächshaus!