Ungleichheit bekämpfen: Macht Kapitalismus die Armen reicher?

Wie können Armut, Hunger und Ungleichheit in der Welt verringert werden? Sind große Konzerne wie Monsanto/Bayer, Nestlé, Cargill und co nur auf Profitmaximierung aus oder können sie Hunger und Armut mit monetären Mitteln besser bekämpfen als staatlich regulierte Einrichtungen? Jean Ziegler sagt „nein“ – der Hunger kann nicht durch die Projekte großer Konzerne oder liberale Märkte bekämpft werden. Kapitalismus mache die Armen nicht reicher, das Gegenteil ist der Fall. Sein Lebenskampf ist es den Hunger in der Welt zu minimieren, eine Aufgabe, die er nach seinem Engagement als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung ungehindert fortführt. Thimo Valentin Schmitt-Lord, im Bayer-Konzern für das Stiftungswesen zuständig, glaubt an den positiven Einfluss von Konzernen: „Wir sind nur ein kleiner Teil, aber Globalisierung und Kapitalismus schaffen eine Vielfalt von Möglichkeiten – eine Möglichkeitsmaschine.“ Die Aktivistin Irmi Salzer sieht gerade die großen Konzerne mit ihren Möglichkeiten und Interessen als Hauptschuldige am globalen Ungleichgewicht. Es gehe ihnen nicht um Hilfe, sondern um Gewinnmaximierung. Konzerne helfen dort wo sie Land ergattern und Geld machen können.

Wer ist schuld an der Ungleichheit? Wie kann das globale Ungleichgewicht bekämpft werden? Und Macht Kapitalismus die Armen reicher? 

Gäste:

  • Jean Ziegler – Globalisierungskritiker und ehem. UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung
  • Rahim Taghizadegan – Ökonom und Philosoph, Gründer des Thinktanks „Scholarium“
  • Irmi Salzer – Aktivistin und Sprecherin der Kleinbäurinnenbewegung „Via Campesina“
  • Thimo V. Schmitt-Lord – Geschäftsführender Vorstand im Bayer-Konzern, verantwortlich für das Stiftungs- und Spendenwesen

Moderation:
Corinna Milborn

PULS 4 News - Pro und Contra
Montag, 12.6.2017
22:35 PULS 4
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