"SPIEGEL TV Österreich" versucht in dieser Folge die Anatomie eines Amokläufers aufzuspüren. Was verbindet alle Amokläufer? Was führt zu der Eskalation der Gewalt? Gibt es Muster?
März 2009. Gegen halb zehn vormittags stürmt Tim K. im dunklen Tarnanzug in die Schule. Er ist schwer bewaffnet und wirkt äußerlich gelassen. Doch was nun folgt ist bitterer Ernst. Innerhalb nur weniger Minuten erschießt der 17jährige zehn Schüler und drei Lehrerinnen. Dann flüchtet der Täter ins benachbarte Wendlingen und auf dem Weg dorthin erschießt er zwei weitere Menschen. Schließlich liefert sich Tim K. eine wilde Schießerei mit einem Spezialeinsatzkommando der Polizei und wird schlussendlich dabei selbst erschossen. Ob dies durch eine Polizeikugel oder aus seiner eigenen Hand passiert ist, bleibt zunächst offen.
An diesem Tag sterben damit innerhalb von nur wenigen Stunden bei zwei Amokläufen insgesamt 27 Menschen. Denn kurz vor der Schreckenstat in Winnenden hatte ein 30jähriger Mann im US-Bundesstaat Alabama zehn Menschen erschossen.
Amokläufer lassen sich nicht eingrenzen
Eine genaue Beschreibung von mutmaßlichen Amokläufern gibt es nicht. Denn sie kennen keine Ländergrenzen, keine sozialen Schranken und auch keine Altersbeschränkung. Junge Menschen, manchmal noch nicht einmal volljährig, werden ganz plötzlich und unerwartet zu Tätern und Massenmördern. Sie töten Menschen aus ihrem engsten Umfeld, wie Mitschüler oder Lehrer. Meist sind sie getrieben von unermesslichem Hass, voll von Kränkungen und Zurückweisungen. Dadurch haben Amokläufer nur ein Ziel: sie wollen Rache an denen üben, die sie für ihr, oft jahrelanges, Leid verantwortlich machen. Sie töten, weil sie glauben, nur so Gerechtigkeit herstellen zu können, für sich und andere. Ihre Taten sind oft lange geplant, sie haben eine genaue Opfervorstellung und sie gehen meist äußerst kaltblütig vor.
"SPIEGEL TV Österreich" versucht in dieser Dokumentation die Anatomie eines Amokläufers aufzuspüren. Was verbindet alle Amokläufer? Was führt zu der Eskalation der Gewalt, lassen sich wiederkehrende Muster erkennen, gibt es einen wirkungsvollen Schutz?
Wir vergleichen in dieser spannenden Darstellung die Amokläufe von Tim Kretschmer in Winnenden, März 2009 (Deutschland), Robert Steinhäuser in Erfurt, April 2002 (Deutschland), Cho Seung- hui in Blacksburg, April 2007 (USA), Thomas Hamilton in Dunblane, März 1999 (Großbritannien), Eric Harris und Dylan Klebold in Littleton / Columbine, April 1999 (USA), Bastian Bosse in Emsdetten, November 2006 (Deutschland) und Pekka- Eric Auvinen in Jokele, November 2007 (Finnland).
SPIEGEL TV Österreich
Durchgeknallt - Amokläufe als letzter Ausweg
Montag, 23.07.2012
20:15 PULS 4
auch in HD und online