Gerald Fleischhacker im Interview

Seine persönlichen Highlights der Sendung

APA: Was erwartet die PULS 4-Zuschauer bei diesem neuen politischen Satire-Format?

Fleischhacker: Wir präsentieren zum ersten Mal in geballter Form penibel recherchierte Fälle, in denen mit unserem Steuergeld nicht ganz so sorgfältig umgegangen wurde, wie wir das erwarten könnten. Es muss nicht immer nur um die großen und komplexen Fälle wie Hypo oder Eurofighter gehen, die für viele Menschen in der Bevölkerung nicht greifbar sind. In "Bist Du deppert!" geht es auch um Skurrilitäten, wie zu viel gekaufte Autos im Burgenland, bis hin zu sinnlosen Zusammenlegungen von Bezirksgerichten, die einfach mal rund 4 Millionen Euro mehr kosten als notwendig.

APA: Was waren Ihre persönlichen Highlights der ersten Sendung?

Fleischhacker: Cornelius Obonya, in einem fulminanten Einpersonenstück über die Rettungsgasse das Jedermann gesehen haben sollte und eine kleine aber feine Geschichte aus Wien. Da war der Wunsch in einer Straße einen Parkplatz mehr zu erschaffen, um dann am Ende nach 60.000 Euro Steuergeld draufzukommen, es ist einer weniger als vorher.

APA: Wie wichtig ist politische Satire bei "Bist Du deppert!"? Gibt es Vorbilder? Wie es gehen kann zeigt ja etwa John Oliver mit seinem Wochenrückblick auf HBO.

Fleischhacker: John Oliver kann nur ein Vorbild sein. Großartiger Typ. Er schafft es auch gegen den - eh völlig sinnlosen - Trend im TV - alles muss kurz und knackig sein und die Zuseher dürfen ja nicht zum Denken angeregt werden, um mit genau dem Gegenteil zu überzeugen. Er beherrscht die Kunst Themen auf geniale Art in die Länge zu ziehen. Der grundlegende Unterschied zu "Bist Du deppert!" besteht aber darin, dass wir keinen Wochenrückblick machen und in unseren Sendungen mehrere Satiriker und Kabarettisten zu Gast sind, die sich über einen jeweils von ihnen präsentierten Fall Gedanken machen.

APA: Wie weit werden Sie mit der satirischen Kritik gehen?

Fleischhacker: So weit wie notwendig, würde ich sagen. Wir zeigen Dinge anders auf und sind davon überzeugt, dass wir mit der Unterstützung von Satire und Humor noch mehr Menschen erreichen.

Quelle: APA