13.02.202000:01:27

URTEIL: WER IM JOB RAUCHT, MUSS ZEIT NACHARBEITEN

In Spanien hat das Höchstgericht bestätigt, dass Unternehmen ihrem Personal Rauch- oder Kaffeepausen von der geleisteten Arbeitszeit abziehen dürfen. Diese werden somit auch nicht entlohnt. Hintergrund ist ein neues Gesetz zur verpflichtenden Zeiterfassung, das eigentlich die Rechte der Beschäftigten stärken soll. Ein Energieunternehmen hatte im Vorjahr begonnen, auf Basis dieses Gesetzes zu protokollieren, wann sich ihre Beschäftigten am Arbeitsplatz befinden. Dabei ermittelte das Unternehmen mittels Check-in-System auch Rauch- und Kaffeepausen, und zog diese von der geleisteten Arbeitszeit ab. Die spanische Gewerkschaft brachte diese Praxis vor Gericht. Doch sie musste eine Niederlage einstecken. Das Gericht berief sich auf ein existierendes Gesetz: Laut diesem haben Beschäftigte ohne Vereinbarung kein Recht auf bezahlte Rauch-, Kaffee- und Frühstückspausen. Das neue Arbeitszeitgesetz habe darauf keinen Einfluss. Auch das österreichische Arbeitszeitgesetz sieht keinen Anspruch auf Rauchpausen vor. Einzuhalten sind allerdings die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen. In der Praxis wird das Thema eher flexibel gehandhabt.