02.07.201900:02:03

MILLIONENFACHER VOGELMORD - DAS DUNKLE GEHEIMNIS DES OLIVENÖLS

Schock im Lebensmittelregal! Ausgerechnet Olivenöl wurde als größter Vogelkiller entlarvt. Die industrialisierte Landwirtschaft ist Schuld daran. Beim traditionellen Anbau von Oliven werden die Oliven tagsüber von Menschenhand vom Baum geschüttelt. Um Erntehelfer einzusparen, werden in Spanien, Italien und Frankreich Erntemaschinen eingesetzt. Eine fatale Entscheidung! Nachts kommen diese Maschinen zum Einsatz. Die niedrigere Temperatur soll das Aroma des Öls verbessern. Nachts ruhen jedoch viele Vögel in den Büschen und suchen Schutz vor Räubern. Tagsüber würden die Vögel flüchten. Doch das helle Licht nachts verwirrt sie und die Vögel fliehen nicht, sondern versuchen die Gefahr auszusitzen. Dabei werden sie millionenfach von den Maschinen abgesaugt. Die Untersuchung der Naturschutzbehörde in Portugal nimmt an, dass allein in Andalusien jedes Jahr 2,6 Millionen Vögel während der Ernte getötet werden. In Portugal sollen es 96.000 Vögel sein. Für Frankreich und Italien liegen keine Daten vor. Geschützte Vögel wie Rotkehlchen, Goldfinken, Grünfinken, Grasmücken und Bachstelzen gehören zu den am stärksten betroffenen Arten. Die Lösung wäre so einfach! Forscherin Vanessa Mata: „Diese Maschinen sind perfekt, wenn sie tagsüber benutzt werden, da Vögel dann in der Lage sind, während des Betriebs zu sehen und zu entkommen.“ In Andalusien will die Regierung versuchen, vor der Ernte im Herbst eine Lösung zu finden, damit die Erntemaschinen nicht weiter nachts fahren. Ein Grund dürfte auch der enorme Imageschaden sein. Verbraucher können jetzt schon bei ihrem Einkauf darauf achten, dass für ihr Öl kein Vogel totgesaugt wurde. Bewusstes Kaufen von traditionellem Öl, wo Oliven von Hand schonend geerntet werden. Auf italienischem Öl sagt z.B. die Bezeichnung "FAO GIAHS" (Globally Important Agricultural Heritage System), dass diese Oliven von Hand geerntet wurden.