27.05.201900:00:55

UNBEKANNTE ZERSTÖREN ERNEUT BILDER "GEGEN DAS VERGESSEN"

Bereits zum dritten Mal wurden in der Nacht auf Montag Bilder der Ausstellung „Gegen das Vergessen“ entlang der Wiener Ringstraße zerstört. Die Fotos sollen ein Zeichen gegen Fremdenhass setzen und an die Opfer des NS-Regimes erinnern. Stattdessen kam es nun wiederholt zu mutwilligen Beschädigungen. Das Zentrum ESRA, das seit 25 Jahren Überlebende der NS-Verfolgung und andere traumatisierte Menschen betreut und behandelt, hatte die Aktion nach Wien geholt. Die Angriffe auf die Bilder nannte es einen „antisemitischen und respektlosen Akt der Zerstörung.“ Anfang Mai hatte Bundespräsident Van der Bellen gemeinsam mit Zeitzeugen und Fotograf Luigi Toscano die Ausstellung am Heldenplatz eröffnet. Bereits einige Tage danach folgten erste Zerstörungen. Am 21. Mai wurden dann mehrere Bilder mit Hakenkreuzen beschmiert. Dies zeige „Respektlosigkeit vor Kunst und es zeigt vor allem Respektlosigkeit vor den porträtierten Menschen. Vor Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt wurden“, so ESRA in der Stellungnahme. „Wer diesen Teil der österreichischen und europäischen Geschichte nicht verstanden hat, läuft Gefahr heutigen totalitär und menschverachtend denkenden und skrupellosen PolitikerInnen zu erliegen.“ Und auch der Fotograf Luigi Toscano meldet sich via Facebook zu Wort: "Ich bin einfach nur sprachlos, schon wieder gab es ein Anschlag auf meine Bilder. Österreich was ist los mit dir???? Weder die Polizei noch das Österreichische Innenministerium sind in der Lage Schutz zu leisten.“ Das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) ermittelt nun. "Es wird überprüft, ob der Platz möglicherweise durch Videoüberwachung abgedeckt sein könnte", sagte Polizeisprecher Harald Sörös.