Eine Geburt sollte ein schönes, intimes Erlebnis sein, bei dem sich alles um Mutter und Kind dreht. Leider entspricht das oft nicht der Realität. Im letzten Jahr wurden immer mehr Fälle von Gewalt im Kreißsaal bekannt. Eine besonders entwürdigende Praxis ist der sogenannte „Husband Stitch“. Bei Entbindungen kommt es häufig zum ebenfalls umstrittenen Dammschnitt: Der Genitalbereich der Frau wird dabei mit einer Schere aufgeschnitten, um natürliches Reißen zu verhindern. Beim „Husband Stitch“ wird die Scheide der Frau danach bewusst enger zusammengenäht als nötig, um die sexuelle Befriedigung des Mannes zu steigern. Meist geschieht das ohne Einverständnis. Viele Frauen merken erst viel später durch anhaltende Schmerzen beim Sex, dass sie enger genäht wurden. Der Eingriff ist nicht nur missbräuchlich und absolut inakzeptabel, sondern beruht auch noch auf Unwissen über die weibliche Anatomie. Denn die Vagina selbst wird dadurch keineswegs enger. Ein weiteres Problem: Der „Husband Stitch“ wird im Nachhinein selten diagnostiziert, da viele Ärzte keine Kollegen anschwärzen wollen.