Härtere Strafen für Sexualtäter - Mehr Gerechtigkeit oder blanker Populismus?

ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) fordert längere Strafen bei Sexual- und Gewaltdelikten. Die meisten Experten halten das für sinnlos.

Wer Jugendliche sexuell missbrauche, habe mit keiner höheren Strafe zu rechnen als ein Dieb, der mehr als 5.000 Euro mitgehen lasse.

Mit dieser Begründung will die Staatssekretärin in Innenministerium und ehemalige Strafrichterin Karoline Edtstadler härter durchgreifen - auch, weil das die Bevölkerung und vor allem die Opfer so fordern würden. Opferschutzverbände, Strafrechtsprofessoren und selbst ihre ehemaligen Strafrichter-Kollegen widersprechen: Einen „Schnellschuss“ nennt die Forderung etwa Sabine Matejka, die Präsidentin der Richtervereinigung und damit ehemalige Kollegin von Edtstadler. Höhere Strafen würden keine Sexualdelikte verhindern. Werden Sexual- und Gewalttäter derzeit noch zu milde bestraft? Oder handelt es sich um schwarz-blauen Populismus? Und welche Strafe ist für wen gerecht? 

Gäste:

  • Karoline Edtstadler – ÖVP-Staatssekretärin im Innenministerium, zuständig für die „Task Force“ zu Sexualdelikten
  • Sabine Matejka - Präsidentin der Richtervereinigung
  • Florian Klenk – Chefredakteur, Falter
  • Philipp Schrangl – Nationalratsabgeordneter FPÖ, Mitglied im Justizausschuss

Experten:

  • Oliver Scheiber – Vorstandsvorsitzender des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie, Vorstandsmitglied in der Opferhilfeorganisation „Weißer Ring“
  • Rosa Logar – Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie
  • Katharina Beclin - Professorin für Strafrecht und Kriminologie, Uni Wien

Moderation: Corinna Milborn

"Pro und Contra"
Mittwoch, um 22:15 auf PULS 4