Nina Egger, Hebamme aus Graz und Dr. Heribert Matzinger, Chirurg aus Niederöstereich, gelten für viele als Helden des Alltags. Beide sind monatelang in, auch für sie, gefährlichen Krisengebieten unterwegs, um für Ärzte ohne Grenzen zu arbeiten. Nina Egger hat gerade drei Monate auf der Aquarius, einem Flüchtlings-Rettungsschiff von SOS Mediteranee, gearbeitet und schreckliche Schicksale erlebt. Dr. Matzinger steht kurz vor seinem nächsten Einsatz im Kongo, in dem er unter schwierigen medizinischen Bedingungen, Knochen zusammenflickt und Wunden versorgt, die so weit fortgeschritten sind, dass schon der Knochen aus der Wunde ragt. Oftmals waren seine Patienten wochenlang zu Fuß unterwegs um von ihm versorgt zu werden. Ihre Mission ist eine humanitäre und keine politische. So auch im Mittelmeer bei der Seenotrettung. Unter anderen sind Ärzte ohne Grenzen auf dem Rettungsschiff Aquarius im Einsatz, um gekenterte Flüchtlinge aus dem Wasser zu retten und zu versorgen. Nun ist diese Hilfe vor der Küste von Libyen, von Bundeskanzler Kurz, kritisiert worden. Er meinte sinngemäß, beim Helfen werde auch den Schleppern geholfen, da die Rettungsschiffe die Flüchtlinge ja nicht zurück nach Libyen bringen sondern Richtung Europa. Die beiden Mediziner dazu im Talk mit Thomas Mohr: Nina Egger: „Für uns ist es unmöglich , dass man Menschen sterben lässt, als ein Exempel für andere, damit die dann vielleicht nicht nachkommen.“ Dr. Heribert Matzinger zu den Vorwürfen: „Prinzipiell ist es nicht die Absicht von Ärzte ohne Grenzen in die Offensive zu gehen, aber man muss sich doch verteidigen gegen solche Anschuldigungen. Es wäre sicher sinnvoll wenn sich Sebastian Kurz in einer ruhigen Minute zusammensetzt mit den Verantwortlichen, damit man ihm die Lage klar machen kann“.