Festnahmen bei Klima-Demo – Haben wir ein Problem mit Polizeigewalt?

Zwei Videos von Polizei-Übergriffen bei einer Sitzblockade am Freitag sorgen für Aufregung und scharfer Kritik an der Wiener Polizei.

Schwere Vorwürfe gegen die Landespolizeidirektion Wien: Bei einer nicht angemeldeten Sitzblockade in Wien kam es zu fast 100 Festnahmen, einige davon verliefen auch mit Einsatz von Gewalt. Auf Videos sieht man, wie am Boden fixierte Demonstranten wiederholt in die Nieren geschlagen oder beinahe von einem Polizeibus überrollt werden. Ein weiterer Demonstrant spricht davon, dass ihm die Hand gebrochen worden sei.

Der Wiener Polizei-Vizepräsident Michael Lepuschitz verteidigt das Vorgehen seiner Beamten, auch Fauststöße seien „eine mögliche Einsatztechnik“. Und der FPÖ-Wien-Sicherheitssprecher und Polizist Gerhard Haslinger lobt das „konsequente Einschreiten der Polizei“ gegen demonstrierende „Chaoten“. Der Anwalt Georg Bürstmayr empfindet die Videos dagegen als „verstörend“, die NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper fordert die Suspendierung der betroffenen Beamten.

Hat die Polizei überreagiert – oder sich in einer schwierigen Situation angemessen verhalten? Ist die Aufregung übertrieben oder hat die Polizei ein strukturelles Problem mit Gewalt?

Gäste:

  • Michael Lepuschitz, Vizepräsident, Landespolizeidirektion Wien
  • Stephanie Krisper, Nationalratsabgeordnete und Sicherheitssprecherin, NEOS
  • Gerhard Haslinger, Polizist, Landtagsabgeordneter und Sicherheitssprecher, FPÖ Wien
  • Georg Bürstmayr, Menschenrechtsanwalt
  • Marcus Hohenecker, Jurist und Aktivist, filmte Schläge der Polizisten

Moderation: Corinna Milborn

Pro und Contra - Der PULS 4 News Talk
Mittwoch, 05.06.2019, 22:50 Uhr auf PULS 4